Okt. 30, 2025

Mut zur Farbe: Dein kompletter Colorblocking-Guide

Kraftvoll und energetisch – so könnte man Looks im Colorblocking-Style beschreiben. Ein Trend, der schon viel früher inspiriert wurde, als viele von uns glauben. Hättest du gedacht, dass die Inspiration für das Nebeneinander starker Farben über 100 Jahre alt ist?

Verantwortlich zeichnet der niederländische Künstler Piet Mondrian: Er schuf abstrakte Gemälde, in denen er Farbblöcke einsetzte – immer in starken Farben wie Gelb, Rot oder Blau. Yves Saint Laurent übertrug das Konzept später auf die Mode. Er designte das sog. ‚Mondrian Kleid‘, das erstmals in der Herbstkollektion 1965 auf den Laufstegen zu bewundern war. Sein Signature Look zeichnete sich durch schwarze Linien und blockartiges Design in Weiß und Primärfarben aus. Colorblocking-Looks sind seither immer wieder in den Kollektionen großer Labels präsent.

 

Mondrian-Kleid von Yves Saint Laurent neben einem Piet Mondrian-Gemälde – Paris 1965

 

Was genau meint Colorblocking?

Technisch gesehen handelt es sich beim Colorblocking um die Kombination oder Anordnung von zwei oder mehr Farben in ‚Blöcken‘. Oft wird dies in einem einzigen Kleidungsstück umgesetzt, aber der Effekt kann auch durch separate Teile erzielt werden. Kräftige kontrastierende Farben werden kombiniert, um auffällige Outfits zu gestalten. Aus dem Englischen übersetzt, bedeutet der Begriff so viel wie ‚voneinander abgegrenzte Farben‘. Konkret geht es beim Colorblocking also darum, den Look in klar definierte Farbzonen zu teilen. Besonders in den 60ies war Colorblocking populär. In jüngerer Zeit hat sich Colorblocking zu einem allgemeinen Konzept entwickelt, das sowohl durch Accessoires als auch durch einfarbige Kleidungsstücke zum Ausdruck gebracht wird. Fashionistas können ein Statement setzen und ihre Individualität ausdrücken.

 

 

Farben wählen. Ein Statement setzen.

Welche Farben lassen sich ideal kombinieren? Beim Colorblocking sind die klassischen Regeln aufgehoben. Egal, ob du Türkis mit Königsblau oder Gelb in einem Gesamtoutfit tragen möchtest oder Pink sowie Rot und Orange – du hast vielen Möglichkeiten, den Farb-Vibe zu leben. Unterschiedliche Farbfamilien bringen Power in dein Outfit.

Tipp: Wähle Farben aus unterschiedlichen Farbfamilien. Wenn du willst, kannst du bis zu vier Farben in dein Outfit integrieren – achte aber darauf, dass gedecktere Töne den nötigen Ausgleich schaffen und ein wenig Ruhe sorgen.

 

 

Kontraste stylen – mit reduzierten Schnitten und maskulinen Silhouetten

Du kannst Eleganz neu definieren. Wähle schlichte Schnitte und detailarme, klare Cuts, um plakative Farbflächen besonders zur Geltung zu bringen. Hochwertige Materialien und klar voneinander abgegrenzte Farben machen dabei den Unterschied. Ein einfarbiges kurzes Kleid in Pink oder Gelb beispielsweise lässt sich in jedem Colorblocking-Outfit unterbringen.

 

 

Sieh dir diesen Beitrag auf Instagram an

 

Ein Beitrag geteilt von Petra Dieners (@petradieners)

 

 

Sieh dir diesen Beitrag auf Instagram an

 

Ein Beitrag geteilt von STREET STYLE (@streetstyled)

 

 

Sieh dir diesen Beitrag auf Instagram an

 

Ein Beitrag geteilt von Unique Moda – Blog (@uniquemodayarte)

 

Tipp für gelungenes Farbspiel

Colorblocking sieht am besten aus, wenn die Farben gleich lebhaft und gleichmäßig gesättigt sind: Leuchtende Farben zu leuchtenden Farben, Pastelltöne zu Pastelltönen und Neonfarben zu Neonfarben. Kombiniere Kontrastfarben wie Rot und Grün miteinander, die sich im Farbkreis gegenüberliegen oder entscheide dich für plakative Farben aus der gleichen Farbfamilie wie Magenta und Pink.

  • • Pink und Rot
  • • Grün und Orange
  • • Lila und Grün
  • • Orange und Blau
  • • Pastelltöne mit weiteren Pastelltönen
  • • Neon zu Neon

 

Wie funktioniert Colorblocking?

► Ein It-Piece wählen

Aller Anfang ist schwer – für deinen Einstieg ins Colorblocking kannst du dich für ein It-Piece entscheiden, das mit mehreren Farben begeistert. Wie wäre es mit einem Pulli oder einem Kleid mit den bunten Farbflächen?

 

 

► Mehrere Teile aussuchen, einem davon den Vorrang lassen

Dir wird es schnell zu bunt? Taste dich behutsam an das Farbspiel heran und kombiniere ein plakatives Teil mit einer dezenteren Nuance. Ein perfektes Duo: Pink und Khaki.

 

 

► Starkes Statement – Colorblocking im Duo

Eine weitere Möglichkeit, kräftige Farben zu kombinieren, ohne dass das Outfit zu überladen wirkt, ist die Kombination von einfarbigen Einzelteilen. Hier kannst du aus dem Vollen schöpfen und dein Outfit gestalten. Entscheide dich für zwei Pieces in starken Farben wie beispielsweise Pink und Knallgrün. Spannend ist ein zweiteiliger Hosenanzug, den du mit einem kontrastierenden Top kombinieren kannst. Wie wäre es mit einer weit geschnittenen Hose in knalligem Grün und einer gelben Seidenbluse dazu?

 

 

►  Neutrale Kombiteile in den Look integrieren

Wenn du den Look etwas abmildern willst, füge eine neutrale Farbe hinzu. Weiß, Grau oder Schwarz können in einem Colorblocking-Outfit für etwas Ruhe sorgen. Entscheide dich bewusst für sanfte Töne in deinem Outfit und entscheide dich für ein neutrales Piece, um den Look nicht zu überladen. Gut passen Rosa mit Beige, Blau mit Schwarz oder Grün mit Grau.

 

 

► Sanfte Farben für die dezente Variante

Auch sanfte oder gedeckte Töne wie Nude oder Beige können den Colorblocking-Effekt schaffen. Hier kannst du mit farbenfrohen Accessoires Highlights setzen.

 

 

► Maximalismus genießen

Mehr ist mehr – gehe all-in und mische auffällige Farben miteinander in einem Outfit. Deiner Farbliebe sind keine Grenzen gesetzt. Wirf auch einen Blick auf den Farbkreis: Benachbarte Farben passen gut zusammen, ebenso wie Komplementärfarben auf dem Farbkreis. Orange und Blau oder Violett und Gelb sind zwei perfekte Beispiele.

 

Gegenüberliegende Farben passen super, nebeneinander liegende ebenfalls.

 

► Verschiedene Stile

  • •  Horizontal: Klare Trennlinien zwischen den Farbflächen, wie beispielsweise ein Midikleid mit Oberteil und Rock in unterschiedlichen Nuancen
  • •  Vertikal: Trennlinie in der Mitte des Kleidungsstücks: die linke und rechte Seite sind jeweils in einer kontrastierenden Farbe gefertigt
  • •  Mosaik: Ein Hosenanzug oder Jumpsuit aus verschiedenen abgegrenzten Farbflächen in unterschiedlichen Formen
  • •  Streifen: Horizontal, vertikal oder diagonal – in verschiedenen Farben

 

► Accessoires

Verleihe mit einem breiten Taillen-Gürtel deinem Outfit noch mehr Tiefe. So bekommst du nicht nur einen zusätzlichen ‚Farbblock‘, sondern kannst noch weitere Accessoires auf den Ton des Gürtels abstimmen. Selbst, wenn du keine erklärte Farbenthusiastin bist, kannst du dich an das Colorblocking herantasten: Style einen monochromen Look und füge mit passenden Accessoires wie einer Tasche und einem Schal einen Farbakzent hinzu – zu Schwarz-Weiß passt wirklich jede Nuance.



Dreamteam – Pink & Orange

Die Mischung zählt zu der beliebtesten: ein Kleid mit pinkfarbenem Top und orangem Minirock ist mit Sneakers ein erfrischendes Ensemble. In vielen Kollektionen findet sich der spannende Look. Der Trick dabei: Die Farben müssen klar voneinander abgegrenzt sein.

 

 

Sieh dir diesen Beitrag auf Instagram an

 

Ein Beitrag geteilt von Finja Sophie (@finjasophiie)

 

Colorblocking – Dos & Don‘ts

Dos

  • •  Verwende maximal drei Farben in einem Outfit
  • •  Kombiniere einfarbige Kleidungsstücke
  • •  Wähle kontrastierende Farben
  • •  Gib kräftigen Farben den Vorzug
  • •  Integriere neutrale Farben in deinen Look

Don’ts

  • •  Mit Farben überladen – das Outfit wirkt dann unausgewogen
  • •  Ähnliche Farben kombinieren – beispielsweise Hell- und Dunkelrosa
  • •  Auffällige Muster – sie konkurrieren mit den einfarbigen Farbflächen
  • •  Farben wählen, die nicht zu deinem Teint passen
  • •  Zu viele Accessoires – diese lenken vom Colorblocking ab oder überladen dein Outfit

 

 

Foto: Mondrian-Kleid via Wikimedia Commons CC BY 2.0 by Dalbera

Diesen Artikel jetzt teilen!

von

Meine Liebe zu Mode und Kommunikation hat mich zu Ana Alcazar gebracht – als Texterin & Konzepterin in der klassischen Werbung groß geworden, schreibe ich seit über 10 Jahren für unser Münchner Designerlabel. Im Redaktionsteam bin ich für alle Corporate-Themen zuständig, außerdem befasse ich mich hier mit aktuellen Trends & meinem Herzensthema Gleichberechtigung.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert